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GEMEINDE
LEHRENSTEINSFELD
Die Geschichte der Gemeinde Lehrensteinsfeld

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Geschichte der Gemeinde Lehrensteinsfeld

Lehren und Steinsfeld - Eine undurchsichtige Entstehungsgeschichte

Die Entstehung von Lehrensteinsfeld liegt im Dunkeln. Recherchen im Rahmen der Vorbereitung der 750-Jahr-Feier für Lehren führten zu einigen interessanten neuen Erkenntnissen.

Überlieferte Fakten
Fakt sind die Urkunden über die erstmalige Erwähnung. Für Lehren stellte Papst Alexander IV 1257 (nicht 1254, wie früher beschrieben) diese als Schutzurkunde aus, bezogen auf das Cistercienser Nonnenkloster Lichtenstern für Landgüter (villis) in „Lohern“. Steinsfeld wurde erst 1384 in einer nicht mehr auffindbaren Urkunde urkundlich erwähnt als zur Herrschaft Weinsberg gehörend. Ende des 13. Jahrhunderts hatten die Grafen von Löwenstein die Lehenshoheit über das halbe Dorf Steinsfeld besessen.

Ein weiterer Teil des Dorfes gehörte zu Württemberg, das die „von Weiler“ damit belehnte. Auch Weinsberg dürfte Anteile besessen haben. 1378 stattete es den in ihren Diensten stehenden Adligen „Siegfried von Michelfeld“ mit herrschaftlichen Hoheitsrechten aus und setzte ihn in Steinsfeld ein.

Vor 1378 war als Zeichen einer früheren Besiedlung also schon ein Burgstall vorhanden. Weitere Daten aus dem Heilbronner Urkundenbuch bestätigen die frühere Besiedlung. Dort werden 1343 ein „Hermann von Steinsfeld“, Schultheiß zu Weinsberg genannt und 1345 als Lieferanten für das Klarakloster Heilbronn „Heinrich und Hermann von Steinsfeld.“

Ab 1465 schließlich liegen nun Originalurkunden vor über die jeweiligen Besitzveränderungen der schon zusammen gehörenden Dörfer Lehren und Steinsfeld. Der Heidelberger Türhüter des Pfalzgrafen Hans Heyles kauft 1465 den größten Teil der Dörfer Lehren und Steinsfeld samt 3 Keltern und einem Burgstadel von Graf Ulrich von Württemberg Dieter von Weiler und seiner Frau Utte von Talheim, Gebrüder Martin, Ytel, Caspar und Balthasar Eclewin (Löwensteiner Anteil). Der Michelfelder Anteil gehört schon 1393 den Freiherrn von Gemmingen, die 1477 von den Erben des Hans Heyles auch dessen Anteil übernehmen. Von da an beginnt die Zugehörigkeit Lehrensteinsfeld zur Kraichgauer Reichsritterschaft.

Eine Besonderheit von Lehren ist seine Judengeschichte. Seit 1652 wohnten Juden in Lehren. Sie standen unter dem Schutz der jeweiligen Herrschaft (Schutzjuden), weil ihre Handelsbeziehungen mit der freien Reichstadt Heilbronn oder mit dem Deutschorden der Herrschaft sehr gelegen kam.

Das königliche Rabbinat für die im Umkreis existierenden jüdischen Gemeinden befand sich von 1832 – 1867 in Lehren und wurde erst danach nach Heilbronn verlegt. Die Synagoge diente bis 1938 als jüdisches Gotteshaus. Heute ist nach Abriss und Umbau ein Obstlagerschuppen daraus geworden.

1846 bildeten 122 Juden einen Anteil von etwa einem Drittel der Lehrener Einwohner. Betrachtet man Häuser und Gebäude, so war fast die Hälfte in jüdischem Besitz, die jüdischen Einwohner mit ihren „Schacher-Juden“ waren in der Regel recht begütert.



Ursprungssuche
Die Lage unseres Ortes am alten heute die Markungsgrenze bildenden Urweg (auch Heerweg, Salzweg, Römerweg, Hällische Straße genannt) war äußerst günstig. Verschiedene Ausgrabungen an diesem Urweg, so auch auf Lehrensteinsfelder Gemarkung in der Schilpenklinge (Armringe), datieren diesen Weg auf die frühe Bronzezeit (um 1800 vor Chr.) bzw. Hallstadtzeit (um 400 vor Chr.). Ein weiterer römischer Heerweg wird vom Urweg abzweigend durch den Staigwald beschrieben, weiterführend am nördlichen Fuß des Föhrenbergs nach Willsbach.

Vermutungen aus neuerer Zeit
Man kann sich kaum vorstellen, dass sich zwischen den schon früher gegründeten Orten Weinsberg, Ellhofen und Willsbach auf dem heutigen Wohnplatz vor 1257 ein weißer Fleck befand. Forscht man in der Gründungsgeschichte des Weinsberger Tales, insbesondere von Weinsberg, so findet man verschiedene Wüstungen (abgegangene Orte) in unserer Nähe. So befand sich am Rand des Brühltales, im Bereich des heutigen Autobahnparkplatzes unterhalb der Reisbergbrücke, der schon 1037 genannte Ort Burghardswiesen, dessen Einwohner am Anfang des 13. Jahrhunderts in den Schutz der Weinsberger Mauern zogen und ihren Ort aufgaben. In Burkhardswiesen sollen sich schon Weinberge befunden haben. Nach neueren Erkenntnissen wird die zu gleicher Zeit existierende abgegangene Ortschaft Holshofen nicht mehr Hölzern, sondern Lehrensteinsfeld zugeordnet. Holshofen soll sich auf unserer Gemarkung im Bereich Steinacker befunden haben. Die Namen der Flurstücke Holzwiesen und Holzwarthen deuten auf die alte Siedlung hin. In Verbindung mit Holshofen werden Wälder, 20 Morgen Äcker und eine Mühle erwähnt.

Es häufen sich nun unbeantwortete Fragen, die Geschichtsforschern viel Arbeit bringen können: Befand sich am Forellensee eine Mühle? Deutet das Flurstück „Gemeindesee“ möglicherweise auf einen Stausee zum Betrieb der Mühle hin? Ist das Flurstück „Wehrle“ mit Wasserumleitungen zum Füllen des Gemeindesees in Verbindung zu bringen? Wir wissen es nicht, es gibt noch viel zu forschen!